Tech-Dating in Mödling

Speed-Dating zwischen Schülerinnen und Unternehmen
Das dritte niederösterreichische „Tech-Dating“ wurde in Kooperation mit der HTL Mödling veranstaltete. Beeindruckende 13 Firmen nahmen die Gelegenheit wahr, im Festsaal der HTL den HTL-Schülerinnen Einblick in ihr Unternehmen zu gewähren.
Zum Einstieg gab Schulleiter DI Peter Cernov Informationen über die bedeutende Stellung der HTL auf europäischer Ebene, sie zählt zu den größten Lehranstalten ihrer Art. Nur 16 % der SchülerInnen der HTL sind weiblich. Vor allem im Bereich KFZ-Technik und Maschinenbau sollte der Anteil noch deutlich erhöht werden.
Mag.a Irene Richter moderierte die Veranstaltung in Vertretung des NÖ Landes­schulrates und überbrachte Grüße und Wünsche des Landesschulinspektors Hofrat DI Dr. Wilhelm König, Mitinitiator der HTL-4-girls Initiative. Ihr Appell an die HTL: Wo immer möglich, sollte der Vorbildcharakter von Frauen in Naturwissenschaft und Technik zu aufzuzeigen, durch Bilder, Geschichten und Hinweise, z.B. auf die Erfinderin des ersten Computerprogramms Ada Lovelace, die Erfinderin der Handy-Technologie, Hedy Lamarr und andere bedeutende Frauen, deren Beitrag zur Entwicklung der Technik sehr oft untergeht in der Reihe bedeutender Männer.

Zum Einstieg in die 5-Minuten Gespräche stellten die anwesenden Firmenvertretungen ihre Unternehmen dar, um den Schülerinnen den Unternehmenszweck, Standort, Geschlechterverteilung im Betrieb und berufliche Möglichkeiten für HTL-Absolventinnen als Ausgangsposition zu vermitteln. Dabei wurde bereits die Vielfalt deutlich, die Unternehmen hinsichtlich Organisationsstruktur und Ausrichtung für HTL-Absolventinnen bieten – Familien­unternehmen, große Konzerne, Einzelunternehmen oder Kleinbetrieb, jede Form der Struktur bietet andere Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten!

Auch der geografische Aspekt stellt für viele Schülerinnen einen wichtigen Hinweis dar, einerseits für die Wahl eines Praktikumsplatzes begelitend zur Schulausbildung und darüberhinaus auch die Frage nach Kontakten ins Ausland oder in andere Bundesländer. Interessant waren auch spezielle Informationen über mögliche Förderungen von Diplomarbeiten im technischen Bereich, Entwicklungs­möglichkeiten, Bezahlungsmodalitäten für Praktika, Familienfreundlichkeit, Voraussetzungen für Sprachkenntnisse sowie Hinweise auf Internet-Anlaufstellen für offene Planstellen und Praktika-Plätze, auch im Ausland.

 

Nach der Vorstellungsrunde formierte sich an den Tischen jeweils eine Gruppe von Schülerinnen um ein Unternehmen zum „speed dating“.

 

Hier die TIPPS der UNTERNEHMEN
 
o AUSLANDSERFAHRUNG von Vorteil: Auch wenn eine Auslandsaufenthalt manchmal „branchenfremd“ bedingt ist, sollten die Schülerinnen jede Chance nutzen, Erfahrungen zu erwerben. Gutes Auftreten, Sprachkenntnisse und Kontakte bedeuten für die Schülerin und für das Unternehmen einen Gewinn.
 
o SPRACHENERWERB von Interesse: Die steigende Globalisierung führt zu einer Vielfalt an Kunden und Kundinnen aus dem Ausland, Sprachen können in dieser Hinsicht einen speziellen Vorteil für ein Unternehmen bieten.
 
o ALLGEMEINBILDUNG wird geschätzt: Kenntnis der heimischen und europäischen Politik signalisiert gute Bildung und verschafft Sicherheit auf dem Parkett, v.a. für Führungsfunktionen ist das „Mitreden können“ zu aktuellen Diskussion in der Öffentlichkeit unerlässlich.
 
o PERSÖNLICHKEIT gefragt: HTL-Absolventinnen können durch Persönlichkeit punkten: Interessiert, engagiert, begeisterungsfähig, team- und kommunikations­fähig – diese Eigenschaften beeinflussen die Wahl des Unternehmens für neue MitarbeiterInnen. Wer Persönlichkeit zeigt, erhält auch gute Bezahlung!
 
o POTENZIAL zählt: Unternehmen prüfen, inwieweit sich KandidatInnen entwickeln lassen – selbstbewusstes freundliches Auftreten, Gesprächsbereitschaft und Offenheit werden daher besonders geschätzt.
 
o SOZIALE KOMPETENZ vorhanden? Neben der Begeisterungsfähigkeit zählen auch praktische Erfahrungen zu wertvollen „Mitbringseln“ für ein Unternehmen, d.h. bitte auch Sommerjobs im Lebenslauf anführen, da jede berufliche Erfahrung auf unterschiedliche soziale Kompetenzen schließen lässt.
 
o VORAB-INFORMATION unerlässlich: BewerberInnen für Praktika und Jobs müssen sich vor ihrem ersten Gespräch mit Personal- oder Unternehmensleitung über das Unternehmen sorgfältig informieren und Interesse zeigen für den Unternehmensinhalt und -gegenstand. Alle wichtigen Informationen sind über Internet abrufbar. Die wichtigsten Fakten des Unternehmens zu recherchieren, lohnt sich auf jeden Fall, da auch hinsichtlich Standorte, Entwicklungsmöglichkeit bis hin zur richtigen Ansprechperson für ein persönliches Bewerbungsgespräch Missverständnisse oder falsche Erwartungen vermieden werden können.
 
o PROFESSIONELLES VERHALTEN erwünscht: Es gibt keine größeren Fehler in der Bewerbung als mit den Fragen zu beginnen: „Haben Sie einen Job? Wie ist die Bezahlung bei ihnen?“ Diese Fragen zeigen, dass sich die Bewerberin weder mit dem Unternehmen bereits auseinandergesetzt hat, noch wirkliches Interesse an der Firma mitbringt. Daher sollten Fragen im Rahmen einer Bewerbung auf das jeweilige Unternehmen konkret bezogen sein und echtes Interesse an einer „Mit-Arbeit“ vermitteln.
 
Ein großes DANKESCHÖN allen anwesenden Unternehmen und viel Erfolg den Schülerinnen!!